Unternehmens-Nachfolge Ludwig Eickelpasch https://www.initiative-entwicklung.de Unternehmens-Nachfolge, Unternehmens-Sicherung und Unternehmens-Entwicklung Tue, 08 Mar 2022 17:38:58 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.1.1 https://www.initiative-entwicklung.de/wp-content/uploads/2021/04/cropped-Favicon-32x32.png Unternehmens-Nachfolge Ludwig Eickelpasch https://www.initiative-entwicklung.de 32 32 Einladung: kostenfreies Erstgespräch – Ihr persönlicher Nachfolge-Treff https://www.initiative-entwicklung.de/einladung-kostenfreier-nachfolge-treff/ https://www.initiative-entwicklung.de/einladung-kostenfreier-nachfolge-treff/#respond Tue, 08 Mar 2022 17:00:00 +0000 https://www.initiative-entwicklung.de/?p=2812 Blogserie: UNTERNEHMER-TALK


Ihr individuelles, kostenfreies Erstgespräch „Nachfolge-Treff“
// Sie sind herzlich eingeladen.


Über Verhalten und Entscheidungen mittelständischer Unternehmer wird in keiner Situation so viel spekuliert wie in der Unternehmensnachfolge. Dies wird mit der Besonderheit der Situation, ihrer Einmaligkeit bzw. ihres existenzberührenden Charakters begründet. Was bewegt mittelständische Unternehmer? Was hält sie davon ab für ihre eigene Nachfolge zu sorgen?

UNTERNEHMERTUM und EMOTIONEN sind eng miteinander verbunden. Sie sind zentral in jeder Nachfolgesituation erlebt worden, sowohl von den abgebenden Unternehmern als auch von den Nachfolgern.

In jeder Nachfolgesituation führen die EMOTIONEN zur Einzigartigkeit.

Wie ist das mit Ihnen? 

Werden Sie Unternehmer für Ihre neue Zeit – es macht viel Freude!

  • Sie suchen für Ihr Unternehmen eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger
  • Sie wollen Unternehmerin oder Unternehmer werden
  • Sie sind noch unsicher und brauchen ehrliche Gespräche wie das Alles gehen kann

Im UNTERNEHMERTUM können Sie den Mut und das Vertrauen in die Zukunft spüren. Haben auch Sie Mut dazu?

Gerne finde ich es mit Ihnen gemeinsam heraus – in einem vertrauensvollen und offenen unverbindlichen Beratungsgespräch! 

Rufen Sie mich einfach an  01 75 / 5 68 07 47 oder senden Sie mir Ihre Fragen und Ihren Terminwunsch für ein kostenfreies Erstgespräch.

Auf Ihre Antwort freue ich mich! 

Herzliche Grüße

Ihr Ludwig Eickelpasch

Sie können ihre Unternehmensnachfolge nicht verhindern – Sie können sie gestalten – Es ist Ihre Entscheidung!

Unternehmer verschiedener Branchen haben über sehr unterschiedliche Nachfolgesituationen berichtet – finden Sie auch für Ihre Nachfolgefragen interessante Anregungen – in den Rückblicken der Unternehmer-Talks, mehr dazu in meinem Blog.

Unternehmensnachfolge – Unternehmenssicherung – Unternehmensentwicklung

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Rückblick zum UNTERNEHMER-TALK – 4.2.2022 https://www.initiative-entwicklung.de/rueckblick-zum-unternehmer-talk-4-2-2022/ https://www.initiative-entwicklung.de/rueckblick-zum-unternehmer-talk-4-2-2022/#respond Mon, 07 Mar 2022 18:19:51 +0000 https://www.initiative-entwicklung.de/?p=2974 Blogserie: UNTERNEHMER-TALK – Spedition, Fahrschule, Truckwash

Nachfolgeprozess in Westfälischem Familien-Unternehmen

Julia Laakmann, Gesellschafterin und Prokuristin der Giesker & Laakmann GmbH & Co. KG ist die Referentin des Unternehmer-Talks. Ihr Steckenpferd ist die Kommunikation mit den Menschen, das Lernen von anderen. Sie berichtet darüber: Wie uns externe Unterstützung im Nachfolgeprozess in unserem Unternehmen geholfen hat. Und welche Wirkungen daraus weiterhin die Unternehmensentwicklung unterstützen.

Unternehmensnachfolge in der Giesker & Laakmann GmbH & Co. KG in Nottuln / Westfalen – Spedition, Fahrschule und Truckwash, mit sechs Gesellschaftern.

Julia Laakmann ist 26 Jahre jung und seit zwei Jahren operativ im Unternehmen tätig. Ihre Studien hat sie mit einem Bachelor (Wirtschaftsethik) und einem Master (Innovation) abgeschlossen. In Heilbronn, Lissabon und Togo war sie in Praktika eingebunden. Nach ihrem viermonatigen Aufenthalt bei der Telekom ist ihr klar, dass ein Konzern nicht ihr Thema ist. Im elterlichen Unternehmen fühlt sie sich gut angekommen.

Von der Gründung bis zur Nachfolge 

Das Unternehmen wurde 1933 von Bernhard Giesker gegründet. 1966 trat Hugo Laakmann bei. Die Söhne Bernd und Hubert Laakmann übernehmen 1999 die Geschäftsführung. Durch den frühen Tod von Bernd Laakmann (2017) werden seine drei Kinder aus der Erbfolge Gesellschafter. Kurze Zeit später nimmt auch Hubert Laakmann seine beiden Kinder als Gesellschafter auf. So wird vorerst ein Gleichgewicht zwischen den Gesellschafterfamilien geschaffen. Es stellt sich jetzt die Frage der nun sechs Gesellschafter wie es weitergehen soll.

Der Impuls

Am Wittener Institut für Familienunternehmen (WiFU, Universität Witten/Herdecke) erfährt sie von Unterstützungsmöglichkeiten in Nachfolgesituationen. Sie überzeugt ihren Vater Hubert Laakmann, Geschäftsführer des Unternehmens, diese wahrzunehmen. Für die 6 Familienmitglieder folgen 2 Jahre Coaching und Mentoring.

Fragen

– Wie passen wir in der Arbeit zusammen?
– Können wir später als Geschäftsführer miteinander auskommen?

Fachlich können die Gesellschafter alles zum Unternehmen lernen. Sie sind sehr emotional. Sie kennen keinen Ablauf wie sie zusammen kommen können. Sie kennen sich aus Familientreffen, nicht aber von der Zusammenarbeit im Unternehmen.

Die Fragen der „fremden Menschen“ sind sehr wertvoll. Es ist wichtig an einem Tisch zu sitzen und sich gegenseitig über Erwartungen auszutauschen. Zur Klärung gibt es über zwei bis drei Monate Eins-zu-eins-Gespräche.

Erkenntnisse und Veränderungen

Nicht alle wollen eine Führungsrolle im Unternehmen

Die Kinder von Bernd, Kathrin und Bernd, merken, dass eine Aufgabe in der Spedition nicht ihr Thema ist.
– Kathrin entscheidet sich in einer Steuerkanzlei zu gehen. Sie bearbeitet dort heute die Lohnbuchhaltung.
– Bernd entscheidet sich einen Bauernhof zu kaufen. Er wird Landwirt.

Mitarbeiter und befreundete Unternehmer

Auch die Mitarbeiter haben hohe Erwartungen in den Nachfolgeprozess. Durch die Entwicklung aus der Unterstützung des Wittener Instituts finden die Gesellschafter einen Weg damit umzugehen. Sie holen sich auch heute noch Unterstützung z. B. bei befreundeten, älteren Unternehmern. Von ihnen bekommen sie Ratschläge wie sie mit schwierigen Situationen umgehen können.

Die neue Rolle

Die neue Rolle als Chefin musste Julia Laakmann erst kennen lernen. Auch die Mitarbeiter mussten sie so erst kennen lernen. Das funktioniert mittlerweile gut.

Das Verhältnis zum Vater

Er schaut mit seiner Erfahrung auf das Unternehmen. Der Unterschied in den Generationen liegt zum Beispiel in der Innovationskraft der Nachfolger. Die Aktivitäten auf Facebook hält der Vater für nicht notwendig da es genug Aufträge gibt. Die Nachfolger wollen aber das Unternehmen weiter öffnen. Sie wollen ihre Wertevorstellungen darstellen. Sie erstellen Videos auf You Tube und Kampagnen um neue Mitarbeiter zu finden. Sie suchen Menschen die bei ihnen arbeiten wollen, die zum Unternehmen passen. Zwischenzeitlich gibt es eine Marketingabteilung mit zwei Mitarbeitern. „Wir wollen Innovationstreiber sein.“

Gemeinsame Ziele finden

Es geht nicht, wenn vier Gesellschafter in vier verschiedene Richtungen ziehen. Es sind regelmäßige Gespräche notwendig um ein gemeinsames Ziel zu verfolgen. Dazu kommen die unterschiedlichen Charaktere der Beteiligten. Es sind sehr emotionale Gespräche die viel Kraft kosten.

Fragen aus dem Kreis der Zuhörer – mit Antworten

Thorsten Klinkner: Was war der Impuls Berater von außen anzusprechen?

Julia Laakmann: Ich habe das WIFU über ein Projekt kennen gelernt. In Gesprächen dort und mit anderen Unternehmern habe ich erkannt, dass wir uns intensiver mit der Familiennachfolge beschäftigen müssen. Es war nicht so einfach meinen Vater davon zu überzeugen. Gerade die ältere Generation lässt sich nicht gerne „in die Karten schauen“. Man will nicht alles offen legen. Insbesondere dann nicht, wenn unschöne Themen damit verbunden sind. Ich konnte meinen Vater überzeugen, dass dies in allen Unternehmen so ist. Bis wir Klarheit hatten dauerte es ca. vier Jahre. Am WIFU hatten wir dazu drei bis vier Termine im Jahr. Weitere Unterstützung holten wir uns bei einer Beraterin aus Bremen.

Ludwig Eickelpasch: Viele Unternehmer wollen keine Berater hinzuziehen. Sie wurschteln vor sich hin, kommen zu schlechten Lösungen und das Unternehmen leidet unter Streitigkeiten. Wann ist da eine Grenze erreicht?

Julia Laakmann: Wenn der Schmerz groß genug ist, sind die „Altunternehmer“ bereit. Bei uns haben wir die „Jungen“, die „Alten“ angeschoben.

Thorsten Klinkner: Es gibt heute bei Ihnen vier aktive und zwei passive Gesellschafter. Können sie sich gut gegeneinander abgrenzen?

Julia Laakmann: Diese Situation haben wir jetzt seit 1,5 Jahren. Die passiven Gesellschafter mischen sich nicht in das operative Geschäft. Sie akzeptieren die Situation, weil wir alles vorab gut miteinander abgesprochen haben. Die Cousine Kathrin ist über ihre Arbeit in der Lohnbuchhaltung der Steuerberatungsgesellschaft weiterhin mit dem Unternehmen verbunden. Sie kann uns so von außen gut unterstützen.

Ludwig Eickelpasch: Mit dem Impuls zur Begleitung der Nachfolge haben sie nicht nur die Gestaltung des Nachfolgeprozesses angeschoben. Sie haben auch die Grundlage für eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung gelegt.
– Die Beteiligten sind sich ihrer zukünftigen Rolle bewusst.
– Im Unternehmen werden neue Wege beschritten wie z. B. die Öffnung nach außen und die Einrichtung der Marketingabteilung.
Was hat sich sonst noch verändert?

Julia Laakmann: Wir haben ein anderes Bewusstsein in der Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern. Aufgrund der Nachfolgesituation sind Mitarbeiter ausgeschieden. Bei der Suche neuer Mitarbeiter liegt jetzt der Fokus auf der Frage „Passt sie oder er zu uns?“

Tim Richter: In Unternehmensnachfolgen ist es nicht ungewöhnlich, wenn Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Wird auch in „privater“ Zeit über Unternehmensfragen gesprochen?

Julia Laakmann: Wir sind im Alltag sehr in das operative Geschäft eingebunden. So bleibt da für manche Themen keine Zeit. Neben dem Unternehmen brauchen wir aber auch Zeit für private Interessen. Das hat mein Vater noch anders gesehen. Seine Haltung war da 24/7. Ich bin der Meinung 24/5 reicht auch. Das hat er zwischenzeitlich akzeptiert.

Christian Kleeberg: Vor 20 Jahren habe ich erlebt, dass abgebende Unternehmer 65 Jahre und älter waren. Die von ihnen beschriebene Offenheit wäre damals nicht möglich gewesen. Heute sind diese Unternehmer meist 50 bis 55 Jahre alt. Ihnen ist bewusst, dass sie für den Nachfolgeprozess Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Sie sind dann auch bereit sich zu öffnen.

Ludwig Eickelpasch: Heutige Nachfolgeinteressenten haben, gegenüber den abgebenden Unternehmern, teilweise ganz andere Lebensbilder. Dies gilt im Übrigen auch für die Führungskräfte. Die abgebenden Unternehmer müssen, trotz ihrer Bedenken, loslassen.

Thorsten Klinkner: Ist im aktuellen Gesellschaftsvertrag auch eine Regelung hinsichtlich eines Ehevertrages getroffen worden?
Das wäre dann ja ein eindeutiges Bekenntnis zum Familienunternehmen.

Julia Laakmann: Im Gesellschaftsvertrag ist geregelt, dass ein Ehevertrag geschlossen werden muss. Wenn Gesellschaftsanteile verkauft werden, haben die Familienmitglieder immer ein Vorkaufsrecht. Für unsere Kinder, die noch nicht geboren sind, wollten wir eine einfachere Situation schaffen als wir sie durch den frühen Tod unseres Onkels erfahren haben. In der Vergangenheit hatten mein Vater und mein Onkel klar abgegrenzte Entscheidungsbereiche. Das hat gut funktioniert. Unsere heutige Situation mit vier aktiven Gesellschaftern ist da schon anspruchsvoller. Wir wollen uns persönlich nicht einengen lassen. Trotzdem ist es uns wichtig, dass das Unternehmen als Familienunternehmen erhalten bleibt. Auch unsere unterschiedlichen Lebensvorstellungen und Emotionen müssen berücksichtigt sein.

Simone Müller-Gerbig: Welche Fähigkeiten sollte jemand mitbringen, der ein Unternehmen kaufen will?

Julia Laakmann: Das habe ich mich in meiner Entscheidungssituation auch gefragt. Sie oder er sollte die Haltung haben die Probleme, die jeden Tag auftreten, lösen zu wollen, sie mit Optimismus anzugehen. Darüber hinaus ist eine dauerhafte Lernbereitschaft, Neugierde und Freude bei der Arbeit unerlässlich. Und dann sollte man keine Angst vor Entscheidungen haben, sondern einfach MACHEN.

Simone Müller-Gerbig: Können Sie als Tochter ihre Meinung gegenüber Ihrem Vater äußern?

Julia Laakmann: Das war und ist für mich eine große Herausforderung. Im Unternehmen nenne ich meinen Vater Hubert. Da ist er für alle der Geschäftsführer, für mich eben auch. Das ist schon komisch, klärt aber auch die Situation und hilft die Distanz zu wahren. Ich will ihn dann nicht als Tochter ansprechen. Auch bei unseren Gesprächen in der Familie machen wir uns klar, wann wir als Gesellschafter und wann wir als Vater-Tochter miteinander sprechen.

Stefan Laakmann (Bruder): Es ist ein Unterschied, ob man als Mitarbeiter oder als Familienmitglied zusammen arbeitet. Einem Mitarbeiter kann man aus dem Weg gehen, einem Familienmitglied nicht.

Sahra Laakmann (Cousine): Für viele Entwicklungen braucht man Geduld. Man darf das Ziel nicht aus den Augen verlieren.

Julia Laakmann: In jeder Familie gibt es Stress. Bei mir wird er durch die enge Zusammenarbeit eher größer. Da ist jeder mal genervt.

Thorsten Klinkner: Nach meinen Erfahrungen ist ein guter Umgang mit Stress die Stärke in einem Familienunternehmen.

Ludwig Eickelpasch: Stress fördert in Familienunternehmen meist die Entwicklung. Es kommt allerdings dabei auf die Haltung an, also wie man sich begegnet.

Julia Laakmann: Wut und Aggression ist aber auch die Energie, die einen weiter bringt.

Thorsten Klinkner: Der Erfolg in ihrer Familiennachfolge gibt ihnen Recht. Das Erfolgsgeheimnis ist es auch unangenehme Fragen zu stellen und zu regeln. Dazu ist es notwendig sich gemeinsam darüber klar zu werden:
– Was sind die Familienwerte?
– Was ist die persönliche Überzeugung?
– Wer ist beteiligt?
Die Ergebnisse sollte man in klare Regelungen fassen. Dann muss man sich trauen.

Danke – an die Referentin

Wir danken Frau Laakmann herzlich für die Teilnahme am UNTERNEHMER-TALK und die offene und interessante Darstellung der Entwicklungsschritte im Nachfolgeprozess und in der aktuellen Unternehmenssituation.

Sie hat uns gezeigt, welche Vielfalt an Verbindungen und Bewegungen es in einem Familienunternehmens gibt und wie viele Versuche, Gespräche und Wege notwendig sind um darin Veränderungen zu bewirken.

Die sehr intensive Zusammenarbeit der Familienmitglieder hat Grundlagen für eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung gelegt. Es konnten alte Strukturen in neue, zukunftsweisende Entwicklungen geführt werden. Dies betrifft sowohl Funktionsbereiche wie z. B. das Marketing und auch persönliche Entwicklungen z. B. von 24/7 zu 24/5.

Die sehr unterschiedlichen Lebensbilder der abgebenden und der nachfolgenden Generation sind ebenfalls in die Unternehmensentwicklung eingebettet worden.

Die Ausführungen zeigen, dass diese erfolgreichen Veränderungen nur durch die Unterstützung und Begleitung verschiedener externer, erfahrener Fachberater möglich sind.

Veranstalter

Thorsten Klinkner – Spezialist für die Einrichtung von Stiftungen in Familienunternehmen (Steuerberater und Rechtsanwalt), Gründer und Inhaber der UNTERNEHMERKOMPOSITIONEN GmbH in Meerbusch

Ludwig Eickelpasch – Spezialist zum Führen in Veränderungsprozessen (Diplomkaufmann), Gründer und Inhaber von initiative+entwicklung in Eschwege

Johanna Görgemanns – verantwortlich für die interdisziplinäre Projektzusammenarbeit in der UNTERNEHMERKOMPOSITIONEN GmbH

ZIEL DES UNTERNEHMER-TALKS

Mittelständische Unternehmer berichten aus ihrer Praxis über Schwierigkeiten, Herausforderung und Erfolge in ihrer Unternehmensnachfolge. Diese Erzählungen stehen in keinen Lehrbüchern und in keinen Unternehmensberichten. Alle Teilnehmer erhalten praktische Tipps für ihre eigenen Führungsaufgaben. Es entstehen neue Verbindungen zwischen den Menschen.

Der UNTERNEHMER-TALK ist ein geschützter Raum. Es erfolgen keine Aufzeichnungen. Namentliche Veröffentlichungen erfolgen nur mit Zustimmung der Beteiligten.

Weitere Rückblicke finden Sie in den Stifterbriefen der UNTERNEHMERKOMPOSITIONEN und im Blog von initiative+entwicklung https://www.initiative-entwicklung.de/blog/

Herzlichen Dank an alle Beteiligten für den virtuellen Austausch im Online-Unternehmer-Talk,

Autor: Ludwig Eickelpasch.

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https://www.initiative-entwicklung.de/rueckblick-zum-unternehmer-talk-4-2-2022/feed/ 0
Einladung: 1.3.2022 / Präsenz, Thüringer Nachfolgelotsen https://www.initiative-entwicklung.de/einladung-1-3-2022-praesenz-thueringer-nachfolgelotsen/ https://www.initiative-entwicklung.de/einladung-1-3-2022-praesenz-thueringer-nachfolgelotsen/#respond Wed, 23 Feb 2022 09:43:06 +0000 https://www.initiative-entwicklung.de/?p=2966 Blogserie: Roadshow Unternehmensnachfolge


Auftaktveranstaltung „Roadshow Unternehmensnachfolge 2022“, Thüringer Zentrum für Existenzgründungen und Unternehmertum, Erfurt, 1.3.2022, 17 Uhr, in Präsenz
// Sie sind herzlich eingeladen dabei zu sein – melden Sie sich gleich an

In der Praxis der Unternehmensnachfolge stellen sich viele Fragen, sei es in rechtlicher, steuerlicher oder finanzieller Hinsicht bis hin zur Kommunikation in der Familie und mit den Mitarbeitern. Nicht selten erschweren Konflikte zwischen Übergebern und Übernehmern, aber auch innerhalb der Unternehmerfamilie oder der Belegschaft den Generationswechsel erheblich. Nur durch eine offene Kommunikation zwischen allen Beteiligten sowohl im Unternehmen als auch in der Familie können einvernehmliche Lösungen erreicht werden. Und manchmal hilft ein neutraler Moderator, sei es ein Berater der Kammern oder ein Wirtschaftsmediator, bei strittigen Positionen zu vermitteln oder Streitfälle zu schlichten.

Der Auftakt der thüringenweiten Veranstaltungsreihe „Roadshow Unternehmensnachfolge 2022“ wird, am 1. März 2022, ab 17:00 Uhr bis ca. 19:30 Uhr stattfinden. Veranstaltungsort: Thüringer Zentrum für Existenzgründungen und Unternehmertum (ThEx), Gustav-Freytag-Straße 1, 99096 Erfurt. Dazu laden wir Sie herzlich ein.

Wir freuen uns, dass Thüringens Wirtschaftsminister, Wolfgang Tiefensee, an der Veranstaltung teilnehmen und seine Gedanken zum Thema vermitteln wird. Außerdem wird Thomas Reich, Organisations-, Team- & Personal-Entwicklung www.otpe.de wertvolle Impulse zur „alternativen Streit- und Konfliktlösung in Unternehmen“, insbesondere zu den Themen Nachfolge und Erbe geben. Weitere Informationen unter www.thex.de/nachfolge

Ihre Rückmeldung bitte bis zum 24.02.2022, an: d.schmidt@suhl.ihk.de, Tel. 03628 6130515.

Mit der Teilnahmebestätigung erhalten Sie auch die Information über die dann gültigen Corona-Regeln.
Wir freuen uns, Sie am 1. März im ThEx in Erfurt beim Auftakt der Roadshow zu treffen.

Mit freundlichen Grüßen

DETLEF SCHMIDT-SCHOELE

Projektleiter ThEx-Nachfolgelotsen
Standortpolitik | Existenzgründung und Unternehmensförderung

ThEx – Thüringer Zentrum für Existenzgründungen und Unternehmertum Das Projekt wird durch das Thüringer Wirtschaftsministerium aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert.

Industrie- und Handelskammer Südthüringen Niederlassung Arnstadt Krappgartenstraße 37 – 41 • 99310 Arnstadt

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Rückblick zum UNTERNEHMER-TALK – 3.12.2021 https://www.initiative-entwicklung.de/rueckblick-zum-unternehmer-talk-3-12-2021/ https://www.initiative-entwicklung.de/rueckblick-zum-unternehmer-talk-3-12-2021/#respond Mon, 20 Dec 2021 10:10:31 +0000 https://www.initiative-entwicklung.de/?p=2917 Blogserie: UNTERNEHMER-TALK – ENERGIEANLAGENBAU

Nachfolgeprozess in zwei Thüringer Familien-Unternehmen

Gregor Weidner, einer der geschäftsführenden Gesellschafter der WEGRA Anlagenbau GmbH und der EAB Energieanlagenbau GmbH ist der Referent des Unternehmer-Talks.

Unternehmensnachfolge in der WEGRA Anlagenbau GmbH in Westenfeld / Thüringen – Schlüsselfertiger Komplettbau, Stahlbau, Elektroninstallation, Heizung- und Lüftungstechnik, Sanitär- und Klimatechnik, Landtechnik, Service. EAW Energieanlagenbau GmbH in Römhild / Thüringen – Blockheizkraftwerke, Absorptionskälte, Kopplung BHKW_AKM.

Die Ursprünge der Unternehmen liegen in den Reparatur- und Maschinenausleihstationen der Landwirtschaft der 1950er Jahren in der DDR. In den 1970er Jahren erfolgte die Spezialisierung auf Technik in Innenbereichen landwirtschaftlicher Gebäude. Es wurden z. B. Getreidesilos, Kartoffelsortieranlagen, Milchviehanlagen, Weidemelkstände u. ä. konstruiert und gebaut. Es waren 240 Menschen im Unternehmen tätig.

Nach der Wende wurde das Unternehmen von drei Gesellschaftern als MBO von der Treuhand gekauft. Alle Mitarbeiter wurden mit den bestehenden Arbeitsverträgen übernommen. Dies führte zu einem starken Zusammenhalt der gesamten Belegschaft.
Zwei Gesellschafter aus Hessen kamen dazu und halfen bei der Öffnung zu Kunden in Richtung Westen.

Die Kernkompetenz des Unternehmens besteht heute aus fünf Fachzentren: Metallbau, Elektrobau, Heizungs- und Lüftungsbau, Energietechnik, Landwirtschaft. Diese Fachzentren, vergleichbar mit großen Handwerksbetrieben, sind alle in der Handwerksrolle eingetragen, arbeiten auf meisterlichem Niveau und bieten Ausbildungen für fünf Gruppen: Auszubildende, Gesellen, Meister, Bachelor und Ingenieure.

Die Besonderheit in den Unternehmen liegt im Verbund der Zusammenarbeit der Menschen, über die Grenzen der Fachzentren hinweg. Die Mitarbeiterzahl schwankt zwischen 130 und 150. Der Jahresumsatz liegt knapp unter 20 Mio. EUR. Es besteht eine sehr hohe und dauerhafte Kundenbindung.

Erkenntnisse und Veränderungen aus der ersten Unternehmensnachfolge – Beispiele

Loslassen – Klarheit unterstützt den Erfolg der Nachfolgesituation

Die abgebenden Gesellschafter haben den Nachfolgern Freiräume eingeräumt. Sie konnten sich „ausprobieren“, und haben so auch Misserfolge durch ihren Entscheidungen erfahren. Dieses Spüren der eigenen Fehlentscheidungen waren für die Nachfolger wichtige Erfahrungen. Sie haben so aus dem Erlebten gelernt.

Unklarheit – Nachträglichen Korrekturen waren erforderlich

Durch den Abbau der Führungsebene zwischen den Fachzentrenleitern und der Geschäftsleitung haben die Nachfolger Spannungen in Leitungsebenen beseitigt. Diese Situation ist heute zwar besser als die bisherige, aber noch immer nicht zufrieden stellend.

Die Nachfolger haben die Beratungsverträge mit den Altgesellschaftern nach 10 Jahren gekündigt. Das „Klugreden“ bzw. „Hineinreden“ der Altgesellschafter in den operativen Bereich war damit beendet.

Die Verbindung der Altgesellschafter durch kleine Minderheitsbeteiligungen hatten keine positive Auswirkungen auf die Unternehmensentwicklung.                      

Vorstellungen für die aktuell bevorstehende Unternehmensnachfolge

Aus seinen Erfahrungen ist Herrn Weidner wichtig: klare Regelungen, Verantwortung und Verbindlichkeit für die Nachfolger, alle Beteiligten müssen IMMER im Gespräch bleiben.

Aufgrund seiner eigenen Erfahrungen, zum Kennenlernen von Verantwortung, wird er den Nachfolgern freie Entscheidungen einräumen. Das Erleben und der Umgang mit möglichen Misserfolgen hält er für wichtige Lernergebnisse.

Beteiligte im Nachfolgeprozess sind für ihn:
– die Altgesellschafter und deren Familien
– die Nachfolger und deren Familien
– die Mitarbeiter und deren Familien

Jeder der Beteiligten muss Klarheit haben über:
– die Vorstellungen der anderen
– seine Pflichten als Nachfolger
– seine Rechte als Nachfolger.

Die hoch sensible Reaktion der Mitarbeiter auf Spannungen in den Gesellschafterfamilien und damit auch im Unternehmen muss aufgrund seiner Erfahrungen sehr deutlich berücksichtigt werden.

Das vollständige Loslassen und die Abgabe aller Rechte und Einflussnahmen durch die Altgesellschafter gibt den Nachfolgern die beste Basis für die Unternehmensfortführung.

Fragen von Herr Weidner

Wie kann der Nachfolgeprozesses offen gestaltet werden unter Einbindung der Interessen der Altgesellschafter, der Nachfolger, der Mitarbeiter?

Welche Vereinbarungen im operativen und im Vermögensbereich sind dann zu treffen? Gibt es dazu Hinweise aus dem Kreis der Zuhörer?

Hinweise aus dem Kreis der Zuhörer

Thorsten Klinkner

In seinen Begleitungen hat er die von Herrn Weidner angesprochene Klarheit als eine der wichtigsten Grundlagen für die erfolgreiche Nachfolge und Unternehmensfortführung erfahren.

Es ist zu beachten, dass der Übergang des operativen und des Vermögensbereichs zwei eigenständige Elemente sind. Sie bedürfen unterschiedlicher Regelungen, die dann aber wieder aufeinander abgestimmt sein müssen.

Im Umgang mit dem Unternehmensvermögen:
– bestehen bei Familienmitgliedern oft sehr unterschiedliche Vorstellungen und Ansichten. Dies betrifft nicht nur die im Unternehmen tätigen, sondern alle Familienmitglieder.
– sind verschiedene steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten zu berücksichtigen
– sollten erbrechtliche Fragen einbezogen werden.

Zu all diesen Fragen stellt Herr Klinkner seine langjährigen und vielfältigen Erfahrungen in der Errichtung von Familienstiftungen zur Verfügung.

Ludwig Eickelpasch

Aufgrund seiner Erfahrungen aus der Nachfolgebegleitung ist die von Herrn Weidner angesprochene Klärung, insbesondere im Hinblick auf die Langfristigkeit, eine unabdingbare Voraussetzung. Hier ist eine gründliche Vorbereitung notwendig, die oft viel Zeit in Anspruch nimmt.

Macht- oder Vermögensansprüche sowie Führungsfragen, die nicht offen geklärt werden, führen zu einem kranken sozialen Klima, das den operativen Bereich des Unternehmens sehr belastet. Er erlebt wie diese Situation nach sehr kurzer Zeit im Finanziellen zu spüren ist. Die Gewinne schrumpfen oder es treten sogar Verluste auf. Die Folgen sind im Rahmen der Unternehmensnachfolge nur mit sehr hohem Kraft- und Finanzaufwand zu beheben.

Er empfiehlt daher zu fragen, welche Unterstützung die Nachfolger in der Entwicklung der eigenen Führungsqualitäten und der Strukturierung des operativen Bereichs in Anspruch nehmen wollen. Einige Punkte dazu sind in den vorangegangenen Schilderungen von Herrn Weidner angesprochen worden.

Sven Lindig

Er hat die Unternehmensnachfolge ebenfalls in der Familie erlebt. Das Kennenlernen von Verantwortung durch eigene, freie Entscheidungsmöglichkeiten und damit verbundene Misserfolge waren für ihn ebenfalls ein wichtiger Lernschritt.

Detlev Schmidt-Schoele

Er bestätigt, dass in Familiennachfolgen Probleme gerne unter dem Teppich gehalten werden, bis es dann doch zur Explosion kommt. In Gesprächen mit Unternehmerkollegen, mit denen man vertrauensvoll Fragen aus dem eigenen Nachfolgeprozess besprechen kann, sieht er eine wertvolle Unterstützung.

Wir danken Herrn Weidner herzlich für die Teilnahme am UNTERNEHMER-TALK und die offene und interessante Darstellung der aktuellen Unternehmenssituation. Es war für alle Beteiligten wertvoll zu erfahren, welche notwendigen Veränderungen er aus den Lernmomenten seiner eigenen Nachfolgerposition an die nächste Generation weitergeben möchte.

Referent

Dipl.-Ing. Gregor Weidner – einer der drei geschäftsführenden Gesellschafter der WEGRA Anlagenbau GmbH und der EAB Energieanlagenbau GmbH. Sein Steckenpferd ist die Kommunikation mit den Menschen – in den Unternehmen, mit Kunden, mit Unternehmerkollegen, mit Marktbegleitern. Aus dem Erfahrungsaustausch hat er für seine vielfältigen Unternehmeraufgaben immer viele Ideen und Lösungsmöglichkeiten gewonnen.

Zuhörer – Tippgeber

Sven Lindig – Geschäftsführender Gesellschafter der Lindig Fördertechnik GmbH Krauthaus, Erfurt, Kaufungen
Detlev Schmidt-Schoele – Projektleiter ThEx-Nachfolgelotsen Thüringen 

Veranstalter – Zuhörer – Tippgeber

Thorsten Klinkner – Spezialist für die Einrichtung von Stiftungen in Familienunternehmen (Steuerberater und Rechtsanwalt), Gründer und Inhaber der UNTERNEHMERKOMPOSITIONEN GmbH in Meerbusch

Ludwig Eickelpasch – Spezialist für die Gestaltung und Führung von Nachfolgeprozessen und der ganzheitlichen Begleitung von Unternehmerinnen und Unternehmern (Diplomkaufmann), Gründer und Inhaber von initiative+entwicklung in Eschwege

Johanna Görgemanns – Verantwortung für interdisziplinäre Projektzusammenarbeit in der UNTERNEHMERKOMPOSITIONEN GmbH

ZIEL DES UNTERNEHMER-TALKS

Mittelständische Unternehmer berichten aus ihrer Praxis über Schwierigkeiten, Herausforderung und Erfolge in ihrer Unternehmensnachfolge. Diese Erzählungen stehen in keinen Lehrbüchern und in keinen Unternehmensberichten. Alle Teilnehmer erhalten praktische Tipps für ihre eigenen Führungsaufgaben. Es entstehen neue Verbindungen zwischen Unternehmern.

Der UNTERNEHMER-TALK ist ein geschützter Raum. Es erfolgen keine Aufzeichnungen. Namentliche Veröffentlichungen erfolgen nur mit Zustimmung der Beteiligten.

Der nächste UNTERNEHMER-TALK findet statt, am 4. Februar 2022, 11:00 Uhr. Sollten Sie Fragen rund um die Unternehmensnachfolge haben begrüßen wir Sie gerne als Referentin oder Referent. Sie lernen neue Unternehmerkollegen kennen und erhalten von ihnen wertvolle Hinweise für Ihre Praxis.

Weitere Rückblicke finden Sie in den Stifterbriefen der UNTERNEHMERKOMPOSITIONEN und im Blog von initiative+entwicklung https://www.initiative-entwicklung.de/blog/

Herzlichen Dank an alle Beteiligten für den virtuellen Austausch im Online-Unternehmer-Talk. Dieser findet immer am ersten Freitag im Monat statt. Unternehmer berichten über Erfahrungen aus ihrem Nachfolgeprozess. Es sind immer lebendige Begegnungen mit interessanten Tipps und Anregungen. – Melden Sie sich schon jetzt an für den nächsten Online-Termin: Anmeldung nächster Online-Unternehmer-Talk

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Rückblick zum UNTERNEHMER-TALK – 1.10.2021 https://www.initiative-entwicklung.de/rueckblick-zum-unternehmer-talk-1-10-2021/ https://www.initiative-entwicklung.de/rueckblick-zum-unternehmer-talk-1-10-2021/#respond Wed, 20 Oct 2021 16:47:26 +0000 https://www.initiative-entwicklung.de/?p=2878 Blogserie: UNTERNEHMER-TALK –HOTEL, GASTRONOMIE, METZGEREI

Nachfolgeprozess im 100-jährigen Familien-Unternehmen

Antonia Jacob, Tochter der heutigen Inhaber des TEICHHOF, in Grandenborn im Ringgau (Nord-Ost-Hessen) ist die Referentin des Unternehmer-Talks. Der Teichhof ist ein Dienstleistungsunternehmen mit Hotellerie, Gastronomie und Metzgerei, sowie DEHOGA-Mitglied.

Zuhörer und Tippgeber

Frau Anna Friedrich, Geschäftsführerin im Ambassador Hotel Baunatal
Herr Christian Gerlach, Inhaber Flair Hotel Werbetal am Edersee
Herr Gereon Haumann, Präsident des DEHOGA Landesverbandes Rheinland-Pfalz
Herr Oliver Kasties, Geschäftsführer DEHOGA Hessen e.V., Nord- und Osthessen

Die Referentin, Frau Jacob, stellt den TEICHHOF in Grandenborn vor

In Grandenborn, einem Ort mit 350 Einwohnern, auf einem Hochplateau im Ringgau, führen die Eltern von Frau Jacob den TEICHHOF, ein Hotel mit einer Gaststätte und einer Metzgerei. Das Unternehmen wurde 1921 gegründet, ist also jetzt 100 Jahren alt geworden. 28 Mitarbeiter sind dort tätig.

Es ist bekannt, dass Frau Jacob und ihr Bruder das Unternehmen in der Familie fortführen wollen. Beide haben dazu eine entsprechende Ausbildung abgeschlossen. Sie ist Assistentin für Hotelmanagement. Praxis für ihre Ausbildung hat sie in Unternehmen in Österreich und Sachsen erworben. Ihr Ehemann ist ebenfalls „mit von der Partie“. Ihr Bruder ist gelernter Koch. Aus der Küche versorgt er die Gäste auch mit Spezialitäten der Region. Ihr Vater ist Metzgermeister und verantwortlich für die Herstellung vieler, für die Region typischer, Fleischspezialitäten. Ihre Mutter behält aus der Verwaltung heraus den Überblick. Mit der Fortführungsabsicht wissen auch die Mitarbeiter, dass ihre Arbeitsplätze gesichert sind. Sie haben Frau Jacob und ihren Bruder als Nachfolger akzeptiert. Da die Geschwister im Unternehmen aufgewachsen sind ist ihnen der Umgang mit den Gästen vertraut. Mit der Investition in den Neubau eines Bettenhauses mit 15 Doppelzimmern setzen die Geschwister ein konkretes Zeichen für das Wachstum in die Zukunft.

Frau Jacob und ihr Bruder wurden schon früh von den Eltern bei Entscheidungen im Familienrat einbezogen. Heute halten sich die Eltern im Hintergrund. Sollte es aber Schwierigkeiten geben stehen sie ihren Kindern bei der Lösung zur Seite. Dies bedeutet für die beiden eine große Sicherheit.

In Grandenborn ist Ruhe. Das schätzen nicht nur die Wanderer, sondern auch viele Geschäftsreisende die von dort aus ihre Kunden in Kassel, Eisenach oder Bad Hersfeld besuchen und im TEICHHOF übernachten. Die Anfrage von Unternehmen mit Busreisen nimmt zu. Die Verweildauer der Gäste ist in den letzten Jahren von 1 bis 2 auf 4 bis 5 Nächte gestiegen.

Die Familie beschäftigt sich seit 4 bis 5 Jahren mit der Unternehmensnachfolge. Alle zusammen haben fast ideale Voraussetzungen für ein gutes Gelingen der Nachfolge geschaffen. Doch jetzt suchen sie den nächsten Schritt. Ihren Steuerberater und die Hausbank haben sie in ihre Überlegungen einbezogen.

Fragen von Frau Jacob

Bisher hat sie erfahren, dass es nicht nur den einen Weg in die Nachfolge gibt. Es gibt aktuell keinen Zeitdruck für die Unternehmensübergabe.

  1. Sie und ihr Bruder sind heute Angestellte im Unternehmen. Durch die Unternehmensnachfolge wird sich dies ändern. Sie werden dann Gesellschafter.
    – Wie können bei der Nachfolge die Rollen in der Familie umgestaltet werden?
    – Wie verändert sich dann die Situation im Familienrat?
    – Wie können die Aufgaben zwischen ihr und ihrem Bruder aufgeteilt werden?
    – Wie sollen die Geschwister die Geschäftsführung organisieren?
    – Was bedeutet das für die Gesellschaftsanteile im Unternehmen?
    – Sollte das Unternehmen schrittweise oder im Ganzen an sie und ihren Bruder übergeben werden?
  2. Welche Regelungen sind zur Verbindung der Eltern im Unternehmen zu bedenken?
    – Wie werden ihre Eltern zukünftig eingebunden?
    – Ihr Vater ist eine sehr markante Persönlichkeit. Wie kann von ihr oder ihrem Bruder seine Rolle ausgefüllt werden?
    – Was geschieht, wenn die Eltern aus dem Hintergrund keine Unterstützung mehr geben können?
  3. Wie können die Geschwister Fremdmittel in Anspruch nehmen?
    – Für die Investition in das neue Bettenhaus werden Fremdmittel benötigt. Die Hausbank möchte die Eltern mit in die Haftung nehmen.
    – Wie können die Geschwister ihre Position gegenüber der Bank einnehmen?
    – Werden die Eltern von einer finanziellen Verpflichtung für eine Zukunftsinvestition entbunden?

Hat jemand aus dem Kreis der Teilnehmer bereits eine Nachfolge durchgeführt?
Hat jemand einen Tipp für Frau Jacob?

Hinweise aus dem Kreis der Zuhörer

Thorsten Klinkner

Die beschriebenen Situation ist eine ideale Ausgangsposition für eine Familiennachfolge. Zu lösender Knackpunkt ist aktuell die Rollenverteilung zwischen ihr und ihrem Bruder. Allgemein wird dieser Bereich als Soft-Faktor bezeichnet. Er ist aber zentral für den Erfolg. Daher empfiehlt Herr Klinkner professionelle Begleitung in Anspruch zu nehmen zu Fragen wie z. B.: Wer hat welche Aufgaben? Wie kann man miteinander arbeiten? Aus der Geschwistersituation als Gesellschafter und / oder Geschäftsführer sollten die Stärken entwickelt werden. Bei einer Außensicht können enttäuschte Erwartungen oder Hoffnungen zum Vorschein kommen.

Es wird hilfreich sein sich über die Situation eines Familienunternehmers bewusst zu werden. Welches Verhältnis besteht zur Familie, zum Unternehmen, zu den Mitarbeitern, zu Außenstehenden? Wie hält er das Unternehmen zusammen? Wie gestaltet er die Entwicklungsaufgabe?

Neben dem Verhältnis der Geschwister ist die Rolle der Eltern zu regeln.

Erstaunlich ist die Haftungsforderung der Hausbank.

Ludwig Eickelpasch

Es ist wichtig den Zeitpunkt des Loslassen zu finden. Frau Jacob und ihr Bruder werden erst dann ihre Unternehmeraufgaben wirklich wahrnehmen, wenn sie „vorne“ stehen; wenn sie also in der eigenen Verantwortung sind. Solange die Eltern im Hintergrund mögliche Fehlentscheidungen korrigieren (doppelter Boden) wird die Haltung zur Eigenverantwortung nicht durchgreifen.

Bei der Suche nach dem Zeitpunkt des Loslassens sollten Möglichkeiten für die von Herrn Klinkner angesprochenen Fragen angeschaut werden. Den absolut richtigen Zeitpunkt für die Entscheidung zum Loslassen gibt es nicht. Sie wird aber im Bauch getroffen.

(Welche Aufgabe haben die Eltern nach dem Übergang des Unternehmens auf die Kinder? Siehe auch im Rückblick zum UNTERNEHMER-TALK vom 6. August 2021)

Christian Gerlach

Er ist als abgebender Kollege von Frau Jacob in einer ähnlichen Situation. In einigen Jahren wollen seine Kinder das Hotel mit der Gastronomie fortführen.

Er findet es ebenso wichtig mit einem Begleiter Aufgaben- und Führungsfragen von außen anzusehen. Auch in seinem Unternehmen werden Fragen gemeinsam besprochen und Entscheidungen in der Familie getroffen.

Die Mitarbeiter in seiner Hausbank wissen, dass die heutigen Investitionen von der nächsten Generation bezahlt werden müssen. Die Hausbank von Frau Jacob sollte froh sein, dass es Nachfolger gibt die investieren wollen. Seine Erfahrung ist, dass Immobilien für eine Bank nur eine geringe Sicherheit darstellen. In einer Insolvenz muss die Bank diese dann auch noch versorgen. Er hält es für wichtiger, wenn in den letzten Jahren gute Erträge erwirtschaftet wurden und man seinen finanziellen Verpflichtungen immer nachgekommen ist. 

Aus seiner Praxis empfiehlt er zum geplanten Bettenhaus einen Frühstücksraum einzurichten.

Oliver Kasties

Als Vorteil einer Nachfolge in der Familie sieht er, dass
– im Prozess der Zeitdruck vermieden werden kann
– die Aufgaben- und Rollenverteilung zwischen den Abgebenden und den Nachfolgern gut abgestimmt werden kann
– die Nachfolger in mehreren Schritten ausscheiden können.

Wir danken Frau Jacob herzlich für die Teilnahme am UNTERNEHMER-TALK und die offene und interessante Darstellung ihrer Unternehmenssituation.

Veranstalter – Zuhörer – Tippgeber

Herr Thorsten Klinkner:
Spezialist für die Einrichtung von Stiftungsstrukturen in Familienunternehmen (Steuerberater und Rechtsanwalt)
Gründer und Inhaber der UNTERNEHMERKOMPOSITIONEN GmbH in Meerbusch

Herr Ludwig Eickelpasch:
Spezialist zu Führungsaufgaben in Nachfolgeprozessen und der ganzheitlichen Begleitung von Unternehmerinnen und Unternehmern (Diplomkaufmann)
Gründer und Inhaber von initiative+entwicklung.

Frau Johanna Görgemanns:
Verantwortung für interdisziplinäre Projektzusammenarbeit in der UNTERNEHMERKOMPOSITIONEN GmbH

ZIEL DES UNTERNEHMER-TALKS

Unternehmer zu Wort kommen zu lassen, die aus ihrer Praxis über Schwierigkeiten, Herausforderung und Erfolge in der Unternehmensnachfolge berichten. Diese Erzählungen stehen in keinen Lehrbüchern und in keinen Unternehmensberichten. Im UNTERNEHMER-TALK erhalten Referentinnen und Referenten / Unternehmerinnen und Unternehmer von ihren Kolleginnen und Kollegen praktische Tipps zu ihren Fragen. Die Zuhörerinnen und Zuhörer erfahren Ideen für ihre Situationen. Es entstehen neue Verbindungen zwischen den Menschen.

Der UNTERNEHMER-TALK ist ein geschützter Raum. Es erfolgen keine Aufzeichnungen. Namentliche Veröffentlichungen erfolgen nur mit Zustimmung der Beteiligten.

Der nächste UNTERNEHMER-TALK findet am 5. November um 11:00 Uhr statt. Sollten Sie Fragen rund um die Unternehmensnachfolge haben begrüßen wir Sie gerne als Referentin oder Referent. Sie lernen neue Unternehmerkollegen kennen und erhalten von ihnen wertvolle Hinweise für Ihre Praxis.

Weitere Rückblicke finden Sie in den Stifterbriefen der UNTERNEHMERKOMPOSITIONEN und im Blog von initiative+entwicklung https://www.initiative-entwicklung.de/blog/

Herzlichen Dank an alle Beteiligten für den virtuellen Austausch im Online-Unternehmer-Talk. Dieser findet immer am ersten Freitag im Monat statt. Unternehmer berichten über Erfahrungen aus ihrem Nachfolgeprozess. Es sind immer lebendige Begegnungen mit interessanten Tipps und Anregungen. – Melden Sie sich schon jetzt an für den nächsten Online-Termin: Anmeldung nächster Online-Unternehmer-Talk

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https://www.initiative-entwicklung.de/rueckblick-zum-unternehmer-talk-1-10-2021/feed/ 0
Rückblick zum UNTERNEHMER-TALK – 3.9.2021 https://www.initiative-entwicklung.de/rueckblick-zum-unternehmer-talk-3-9-2021/ https://www.initiative-entwicklung.de/rueckblick-zum-unternehmer-talk-3-9-2021/#respond Sat, 18 Sep 2021 09:00:26 +0000 https://www.initiative-entwicklung.de/?p=2847 Blogserie: UNTERNEHMER-TALK – KUNST-AUKTIONSHAUS

Familiennachfolge problemlosUnternehmensentwicklung erfolgreichMitarbeiterführung mit großen Schwierigkeiten

Markus Eisenbeis hat das Kölner Kunstauktionshaus VAN HAM im Jahre 1999 von seiner Mutter Carola van Ham übernommen und zu einem international anerkannten Unternehmen entwickelt. Seine Geschichte stammt aus dem Leben. Trotzdem (oder darum) finden Sie diese in keinem Lehrbuch. Wir haben nicht nur etwas über die Entwicklung des Unternehmens und die damit verbundene Nachfolge erfahren. Herr Eisenbeis hat uns auch einen Einblick in die WELT DER KUNST gegeben, den man so nicht jeden Tag erfährt. Das gehört zur Qualität unserer UNTERNEHMER-TALKs. Weitere Rückblicke finden Sie in den Stifterbriefen der UNTERNEHMERKOMPOSITIONEN und im Blog von initiative+entwicklung https://www.initiative-entwicklung.de/blog/

Gründung und Unternehmensentwicklung

1959 gründet Carola Van Ham das Kunstauktionshaus VAN HAM in der Kölner Innenstadt. Ihre Idee Kunst zu versteigern sowie Sammlungen und Nachlässe aufzulösen erweist sich als ein erfolgreiches Geschäftsmodell. Durch ihre Hochzeit ändert sich der Familienname von van Ham zu van Ham-Eisenbeis. Der Name des Auktionshauses bleibt aber weiterhin VAN HAM. 1968 wird der Sohn Markus in Köln geboren. Mitte der 1970er Jahre siedelt die Familie nach Kassel um. Für die Mutter beginnen viele Jahre des Pendelns zwischen Kassel und Köln. Drei bis vier Tage pro Woche ist sie in ihrem Kunstauktionshaus.

Mittlerweile sind im Unternehmen 15 Mitarbeiter beschäftigt. Das Geschäft ist weiterhin sehr personenfixiert. Zu Ihrer Entlastung stellt Frau Eisenbeis einen Fremdgeschäftsführer ein. Die Zusammenarbeit ist nicht so erfolgreich wie erhofft. Das Geschäft verläuft schlechter Nach 1,5 Jahren entlässt sie den Geschäftsführer. Sie muss sich wieder stärker selbst engagieren.

Die Entwicklung des Nachfolgers

Markus Eisenbeis ist Einzelkind. Zu seiner Unternehmensnachfolge haben die Eltern nie Druck aufgebaut. Das Thema stand aber immer unausgesprochen im Raum. Mit seiner Banklehre wollte Markus Eisenbeis kaufmännische Kenntnisse für eine mögliche Nachfolge bei VAN HAM kennen lernen. Aufgrund seiner Erfahrungen in dieser Zeit wurde ihm klar, dass er das Unternehmen seiner Mutter auf jeden Fall fortführen wollte.

Für die Leitung eines Kunstauktionshauses gibt es auch bis heute keine spezielle Ausbildung. Kenntnisse zum „Umgang mit der Kunst“ hat Markus Eisenbeis in seinem vierjährigen Kunstgeschichte und den praktische Erfahrung bei Auktionshäuser in London und Paris gesammelt. 1995 war er mit diesen Ausbildungen fertig.

Die Umsetzung der Nachfolge

Aufgrund der erwarteten Nachfolge durch den Sohn, ihres fortgeschrittenen Alters und der mittlerweile belastenden Reisesituation zwischen Köln und Kassel hatte die Mutter das Unternehmen auf Schmalspur gefahren. 1995 begann als nächster Schritt die Zusammenarbeit mit der Mutter (69). Er war ihr Assistent. Nach einem Jahr übernahm er 1996 das Unternehmen.

Mit nur wenig Erfahrung und erst 25 Jahren musste er sich sehr schnell freischwimmen. Zur Zeit der Übernahme war das Unternehmen in einem nicht überlebensfähigen Zustand. Es bestand ein großer Reformstau. Markus Eisenbeis beschäftigten mehrere Themenfelder:

  • Werden die Kunden ihn akzeptieren?
  • Wie kann er das Unternehmen entwickeln?
  • Wie wird die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern in seiner Rolle als Nachfolger und in der notwendigen Unternehmensentwicklung funktionieren?

Obwohl er viel jünger war als seine Kunden erhielt er von ihnen eine positive Resonanz. Sie hatten ihn angenommen. Den Reformstau im Unternehmen empfand er nicht als Belastung, sondern als Chance. Er eröffnete ihm viele Entwicklungsmöglichkeiten, die die Mutter in jeder Hinsicht unterstützte.

Auf den Umgang mit den Mitarbeitern und die Wahrnehmung der Führungsrolle war er nicht vorbereitet. Dies empfand er als die größte Herausforderung, die ihn sehr in Anspruch genommen hat. Aus dieser Anfangszeit ist im ein Spruch der Mutter bis heute in Erinnerung geblieben:

„Deine Fehler musst Du selbst machen. Je eher Du sie machst desto günstiger für uns.“ 

Ein Jahr nach der Übernahme hat sich die Mutter vollständig aus dem Unternehmen zurückgezogen.

Veränderungen in Gesellschaftsfragen – Anteilsübertragung

Vor der Unternehmensübernahme firmierte das Kunstauktionshaus als OHG. Mit der Übernahme wechselte Markus Eisenbeis das Unternehmen in eine KG um. Er wurde einziger persönlich haftender Gesellschafter. Alle anderen waren Kommanditisten. Die Mutter hielt 2/3 der Gesellschaftsanteile. Eine Hälfte schenkte sie ihm, die andere erwarb er über ein Rentenmodell. Mit dem Seniorpartner, der die übrigen Gesellschaftsanteile hielt, vereinbarte er eine Exitklausel die dieser auch akzeptierte.

Die Unternehmensentwicklung

Die Veränderungen führten zu einer sehr positiven Entwicklung des Unternehmens. 1999 erfolgte der erste Umzug aus der Kölner Innenstadt in den Stadtteil Bayenthal. Der zweite Umzug erfolgte 2014 in den eigenen, modernen Neubau. Markus Eisenbeis veränderte und ergänzte die Geschäftsfelder und das Auktionsangebot. Heute gehören „Moderne und zeitgenössische Kunst“ genauso dazu wie „Schmuck und Uhren“. Auktionen finden sowohl vor Ort als auch wöchentlich im Internet statt www.van-ham.com

Persönliche Empfindungen

Den Druck aus der Familie zur Fortführung des Kunstauktionshauses hat Markus Eisenbeis als Chance beschrieben. Ihm war immer klar, dass es eine Möglichkeit war und kein MUSS. Dies haben die Eltern auch immer so gesehen. Er musste zwischen Architektur und Kunst, zwischen Selbständigkeit und Angestelltenverhältnis entscheiden.

Während seiner Banklehre hat er das Unternehmerische in sich entdeckt und sich für die Selbständigkeit und die Unternehmensfortführung entschieden. Auch den hohen Entwicklungsstau empfindet er im Rückblick als Chance und nicht als Belastung. So konnte er durch deutliche Veränderungen ein Unternehmen nach seinen Vorstellungen gestalten.

Den Kern des Unternehmens, die DNA, den Gründungsimpuls seiner Mutter sieht er in der Durchführung von Kunstauktionen. Es ist ein Kommissionsgeschäft mit Kunstgegenständen, Nachlässen und Kunstsammlungen. Mit seiner Nachfolge hat Markus Eisenbeis diese DNA trotz aller Entwicklungen und Veränderungen erhalten. Auch Digitalisierungen in der Branche haben das Geschäftsmodell VAN HAM nicht verändert.

So wie auch andere Kunstauktionshäuser hat VAN HAM die Pandemie gut überstanden. Galerien haben dagegen sehr gelitten. Sie konnten keine Kunden empfangen und keine Vernissage machen, die Verkäufe sind erheblich eingebrochen.

Fragen an Herrn Markus Eisenbeis

Dr. Hartmut Reck: Wie wollen Sie weiter wachsen?

Wir haben, neben den klassischen Auktionen, reine online Auktionen so forciert, dass wir in Deutschland darin Marktführer sind. Wir machen jede Woche eine Auktion zu verschiedenen Themen wie z.B. zu Schmuck und Uhren und werden dies immer weiter auffächern. Die Einritts Hemmschwellen halten wir niedrig. Gute Kunst ist bei uns für ein paar Hundert Euro zu kaufen. Dadurch entsteht auch eine Verjüngung unserer Kundschaft. Dazu trägt auch unser Angebot in extrem junger Kunst bei. Es ist auch die Folge großer Auktionen wie der von Achenbach und Rusche mit extrem jungen Künstlern aus der Berliner und Leipziger Szene. Auch mit der Olbricht-Collection mit sehr junger Kunst haben wir viele junge Kunden gefunden.

Es gibt auch neue Bereiche, die wir hier nicht so einfach umsetzen können. Große Auktionshäuser versteigern heute vielfach Artikel aus dem Livestyle-Bereich (Sneakers, Handbags, Baseballkappen usw.) Das lässt sich aber nicht einfach auf Deutschland übertragen da wir hier keine Weltstars haben. Das Thema Memorabilia funktioniert hier nicht.

Wir wollen weiterhin als Innovationtreiber unterwegs sein – dazu gehört auch, dass wir uns um die digitalen Medien und die digitale Kunst kümmern. Dazu gehören NFTs, also die Verbriefung von etwas Digitalem oder von etwas, was digitalisiert wird z.B. Kunst, die am Computer generiert wurde und nur eine digitale Existenz hat. NTFs werden nicht die analoge Kunst ersetzen. Es ist aber einer neuer Markt der Menschen interessiert. Warum soll ich ein Bild an die Wand hängen. Mit einer großartigen Datei kann ich mir Kunst an meinem Computer, auf meine Smartwatch o.ä. in verschiedenen Formen ansehen. Ich muss es nicht versichern, kann es privat vervielfältigen. Diese Kunst ist dann ein Unikat oder nur in nur in einer begrenzten Anzahl von Dateien erhalten. Die Künstlergruppe AESF aus Moskau erstellen nur digitale Kunst. Im Herbst wird VAN HAM das Thema NFTs vorstellen.

Thomas Borchert: Hatten sie einen Mentor da sie sehr jung waren bei der Übernahme?

Ich hatte keinen Mentor. Dies war das Manko bei der Übernahme. Gerne hätte ich ein zwei Jahre Zeit zum Sammeln von Erfahrungen in anderen Unternehmen gehabt. Die Wirkung dieser Lücke ist mir in Führungsfragen sehr deutlich geworden. Bei den Mitarbeitern sind Widerstände aufgetreten, mit denen ich nicht gerechnet habe. Tatsächlich hat mich diese Lücke ca. 15 Jahre gekostet, um in der Branche anerkannt zu sein.

Dem Vorschlag eines Kunden, einen Beirat einzurichten, habe ich zugestimmt. Man sieht sich zweimal im Jahr zu einem offenen Austausch.

Ludwig Eickelpasch: Sie haben einen „Entwicklungssturm“ ausgelöst. Wie haben die Mitarbeitern darauf reagiert?

Dadurch hat sich das Klima in bei den Mitarbeitern verändert. Da meine Mutter nur einige Tage in der Woche im Unternehmen war, haben die Mitarbeiter ihre Arbeit zu einem großen selbständig organisiert. Durch meine Übernahme war ich im Unternehmen immer präsent. Das hat zu einer Veränderung der Arbeitssituation geführt. Ich habe nie eine Ausbildung in der Mitarbeiterführung bekommen. Für mich war das sehr anstrengend. Einen Berater konnte / wollte ich mir nicht leisten. Ich habe daher selbst sehr viel gearbeitet. Vieles habe ich selbst entwickelt und den Mitarbeitern dann fertig vorgestellt. Mitarbeiter haben das Unternehmen verlassen, neue sind hinzugekommen, die Verjüngung hat drei bis vier Jahre gedauert. Die Abteilungsleiter waren nicht so einfach auszutauschen.

Thorsten Klinkner: Wie sichern Sie das Vermögen in Nachfolgesituationen für Kunstsammlungen?

Dazu haben wir einen besonderen Zweig zur Betreuung von Kunstsammlungen eingerichtet. Kunst zu sammeln ist etwas sehr Egoistisches. Wenn jemand über viele Jahre die Werke eines Künstlers gesammelt hat, hat er damit seine Leidenschaft ausgelebt. Für ihn sind die Kunstwerke untrennbar mit Geschichten verbunden Die nächste Generation ist vielleicht nicht bereit diese Sammlung fortzuführen. Sie erbt die Kunstwerke, hat aber keinen Bezug zu den Geschichten.

Das Schönste was Sammler vererben können ist oft nicht die Sammlung selbst, sondern das Interesse an der Kunst. Die Sammlung muss dann evtl. aufgelöst werden, damit die Nachfolger ihre eigene Sammlung einrichten können.

Große Sammlungen stellen wir nicht nur mit einem Katalog vor, sondern auch über Editionen für die Familie. Darin kann die Biografie der Familie vorgestellt werden oder die Dokumentation wie die Sammlung entstanden ist. In solchen Broschüren bleibt die Sammlung erhalten.

Museen können einzelne Werke kaufen. Sie können aber nur die Spitze eines Künstlers darstellen und nicht die ganze Breite einer Sammlung. Für große Sammlungen ist das oft ein Problem. Falls sie vollständig übernommen werden, wird ein großer Teil des Exponate in den Lagerräumen des Museums verschwinden und für die Öffentlichkeit nicht mehr zur Verfügung stehen. Alternativ können große Sammlungen an verschiedene Empfänger gegeben werden.

Herzlichen Dank an alle Beteiligten für den einstündigen virtuellen Austausch im Online-Unternehmer-Talk. Dieser findet immer am ersten Freitag im Monat statt. Unternehmer berichten über Erfahrungen aus ihrem Nachfolgeprozess. Es sind immer lebendige Begegnungen mit interessanten Tipps und Anregungen. – Melden Sie sich schon jetzt an für den nächsten Online-Termin: Anmeldung nächster Online-Unternehmer-Talk

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https://www.initiative-entwicklung.de/rueckblick-zum-unternehmer-talk-3-9-2021/feed/ 0
Rückblick zum UNTERNEHMER-TALK – 6.8.2021 https://www.initiative-entwicklung.de/rueckblick-zum-unternehmer-talk-am-6-8-2021/ https://www.initiative-entwicklung.de/rueckblick-zum-unternehmer-talk-am-6-8-2021/#respond Thu, 02 Sep 2021 19:06:31 +0000 https://www.initiative-entwicklung.de/?p=2825 Blogserie: UNTERNEHMER-TALK – Stiftung

Stiftungsgründung – Spannende Nachfolge-Situation

Die TRADEMUS GmbH (lateinisch = „Wir werden weitergeben“) wurde von unserem Gast, Michael Höchsmann, zur Begleitung mittelständischer Unternehmer in Nachfolgesituationen gegründet. 80 Prozent der Mandanten suchten Nachfolgerinnen bzw. Nachfolger in der Familie, 20 Prozent wollten ihr Unternehmen verkaufen. Über mehrere Jahrzehnte hat er das Unternehmen erfolgreich geleitet. Die TRADEMUS GmbH ist in ein Beraternetzwerk eingebunden. Sie nutzt die Kooperation mit Beraterkollegen verschiedener Disziplinen in der Haltung Teilen und Weitergeben von Wissen und Ressourcen.

Im Rahmen seiner eigenen Unternehmensnachfolge hat Michael Höchsmann alle Gesellschaftsanteile sowie weiteres Barvermögen in eine Stiftung eingebracht. Das Unternehmen wird heute von Nachfolgegeschäftsführern geleitet. Michael Höchsmann unterstützt sie weiterhin beratend.

Die Gründe, eine Stiftung zu errichten, waren bei ihm zum einen in die Sicherung der Kontinuität von TRADEMUS, darüber hinaus die gemeinnützigen Förderung der Berufsausbildung, Beschäftigung und Selbständigkeit benachteiligter junger Menschen insbesondere in Afrika. Dafür erhält die Stiftung einen Teil ihrer Mittel aus dem Beratungsunternehmen.

Nachfolge Geregelt – Was mache ich danach?

Wenn es einen persönlich trifft, ist oft vieles anders als in der Begleitung der Kunden. Das hat auch unser Gast erfahren, obwohl er selbst viele Nachfolgesituationen begleitet hat. Die damit zusammenhängenden Qualen und Schmerzen blieben auch ihm nicht erspart, insbesondere die Frage der richtigen Auswahl bei der Entscheidung zur neuen Geschäftsführung machte ihm zu schaffen.

Zur Suche eines Nachfolgers oder einer Nachfolgerin gehörte für ihn unbedingt die Antwort auf die Frage: „Was mache ich danach?“ Erfahren hat er, dass sich Antworten darauf nicht planen lassen. Man findet sie durch Offenheit, in emotionalen Signalen und zufälligen Impulsen in seinem persönlichen Entwicklungsprozess. Deshalb rät er Unternehmern frühzeitig mit der Entwicklungsarbeit für die dritte Lebensphase zu beginnen; möglichst ab dem Alter von 50 Jahren.

Michael Höchsmann fand seine Antworten im Ausschlussverfahren. Was er nicht wollte, war, sein Unternehmen „auf dem Altar des Kommerzes zu opfern“ und damit das Risiko in Kauf zu nehmen, dass neue Gesellschafter die exklusive Positionierung und den ganzheitlichen Ansatz seines Beratungskonzepts, z. B. zur Erzielung größerer Skaleneffekte, nicht weiterführen.

Reisen, Golfspielen, Hobbies usw. waren für ihn kein Ersatz für die Fülle seines bisherigen Unternehmerlebens. Er sah darin lediglich Ersatzhandlungen. Sie boten für ihn keine tragfähigen Lösungen, sondern verdrängten das eigentliche Problem der Inhaltsleere.

konkrete Nachfolge-Umsetzung – Im Sattel sterben?

Hier kamen bei Michael Höchsmann mehrere Themen zusammen, die auch im Austausch mit vielen verschiedenen Unternehmer-Persönlichkeiten bei der Suche nach Antworten zu ihren Nachfolgefragen entstanden sind.„Im Sattel sterben (?)“ – Das „Alte“ war sein Tagesgeschäft. Hier kannte er sich aus. Das konnte er.

Durch die Einbringung der TRADEMUS GmbH in eine Stiftung, die Berufung einer neuen Geschäftsführung und die Erstellung einer Unternehmensverfassung hat er das Unternehmen nicht nur vieler Hinsicht geschützt, sondern auch die Basis für den weiteren Entwicklungsweg geschaffen.

In diesem Punkt konnte er loslassen. Damit war er nicht mehr in seine alten Tätigkeitsfelder eingebunden. Mit dem Verlassen des Unternehmens war er nicht mehr in das „Alte“ eingebunden. Er konnte (musste) sich nach Neuem orientieren.

Aus seiner heutigen Sicht hätte ihm auch eine 2-Tage-Arbeitswoche in seinem „alten Unternehmen“ keine ausreichende Öffnung für Neues gegeben. Gleiches gilt für Family Offices, denn die Nachfolgefrage ist nicht dadurch gelöst, dass ein geschäftsführender Gesellschafter seine operativen Aufgaben gegen die Leitung eine Vermögensverwaltung eintauscht. Die Frage, ob die Familie weiterhin ihn „ihrem“ Unternehmen operativ tätig sein will oder nur noch Finanzbeteiligungen hält, muss proaktiv und im Konsens zwischen den Gesellschaftern und der nachfolgenden Generation beantwortet und geregelt werden.

Die Empfehlung von Michael Höchsmann an betroffene Unternehmer ist daher, für die dritte Lebensphase neue Themenfelder zu suchen. Die können im Laufe des Nachfolgeprozesses entdeckt und erschlossen werden, aber für das Finden und Umsetzen ist genügend Zeit ohne akuten Handlungsdruck erforderlich.

Der Sinn im Alten – Lizenzgebühr für die Stiftung

Die Frage nach dem Sinn des Wirtschaftens beantwortet Michael Höchsmann für sich mit der Förderung und Unterstützung von Menschen durch unternehmerisches Handeln. Das Wirtschaften soll die Entwicklung der Menschen fördern und nicht primär der Gewinnmaximierung dienen. Deshalb erhält die von ihm errichtete Stiftung eine Lizenzgebühr in Höhe von 5 Prozent der Einnahmen aus dem Beratungsunternehmen. Sie unterstützt damit die Ausbildung und Existenzsicherung junger Menschen, insbesondere von Mädchen im ländlichen Raum Afrikas, um die Geburtenrate, Landflucht und Armut zu verringern und einen Beitrag für mehr globale Gerechtigkeit zu leisten.

Etwas neues machen sonst wird man das Alte nicht los

In dieser Phase des Übergangs, in einer für ihn bisher weitgehend unbekannte Aufgabenstellung, erlebt unser Gast, dass er wirklich etwas Neues begonnen hat. Er muss sich alles aktiv erarbeiten und völlig neue Netzwerke aufbauen. Aber gerade in dieser kreativen Pionierarbeit mit den vielfältigen menschlichen Begegnungen und der konkreten Erfahrung von Lebenssinn liegt für ihn der „Lohn“ seiner Nachfolgeentscheidung.

Mit dem Neuen verbundenes Lernen

Für die Gestaltung seines dritten Lebensabschnitts hat Michael Höchsmann das Studium zum Master für nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit begonnen und abgeschlossen, denn lebenslanges Lernen war und ist ihm ein Bedürfnis.

Offene Fragen

Am Ende des UNTERNEHMER-TALKs sprach unser Gast noch folgende Fragen an:
• Können Arbeitsplätze in Unternehmen erhalten werden, wenn die
Gesellschaftsanteile in einer Stiftung liegen?
• Wie können die folgenden Fragen entschieden werden:
„Sind wir als Familie auch zukünftig die bestmöglichen Eigentümer (best owner)?“
„Ist das Unternehmen nach wie vor der entscheidende Erfolgsbaustein (best asset) in
unserem Vermögens-Portfolio?“
• Wie kann entschieden werden, ob ein Unternehmen in eine Unternehmensgruppe
(Family Office oder Stiftungslösung) passt?

Michael Höchsmann steht Ihnen gerne zu einem Gespräch zur Verfügung.

Schreiben Sie mir Ihren Wunsch dazu, gerne koordiniere ich für Sie den Kontakt https://www.initiative-entwicklung.de/kontakt/

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https://www.initiative-entwicklung.de/rueckblick-zum-unternehmer-talk-am-6-8-2021/feed/ 0
Rückblick zum UNTERNEHMER*INNEN-TALK am 11.6.2021 https://www.initiative-entwicklung.de/rueckblick-zum-unternehmerinnen-talk-am-11-6-2021/ https://www.initiative-entwicklung.de/rueckblick-zum-unternehmerinnen-talk-am-11-6-2021/#respond Wed, 23 Jun 2021 13:06:09 +0000 https://www.initiative-entwicklung.de/?p=2801 Blogserie: UNTERNEHMER-TALK – Unternehmensnachfolge

Erfolg im Unternehmen macht nicht nur glücklich

Eine ehemalige Unternehmerin berichtete von ihrem „erfolgreichen Scheitern“ aus einer Unternehmensnachfolge. Sie erzählte ihre Geschichte in vier Szenarien, die zu ihren Lebensabschnitten gehörten.

Unternehmensnachfolge – plötzlich nicht nur Ehefrau

Im ersten Szenario kaufte ihr Ehemann als Nachfolger ein Unternehmen aus dem Bereich der Elektronik. Von Anfang an war für ihn klar, dass er die Entscheidung zum Kauf des Unternehmens nur zusammen mit seiner Frau treffen wird. Sie war immer in alle Gespräche eingebunden. Gemeinsam haben sie JA gesagt. Beide erwarben Gesellschaftsanteile. Unternehmenskrisen haben beide gemeinsam durchlebt und gemeistert. Das Unternehmen wuchs sehr schnell auf die vierfache Größe seit der Übernahme. Der Break-Even wurde erreicht. Die Gewinne stiegen. Die Unternehmerin war vollständig und gleichberechtigt eingebunden.

Selbst und ständig – Trugschluss der Selbständigkeit

Im zweiten Szenarium schilderte sie die Entwicklung in ihrer Familie. So wie das Unternehmen, wuchs auch diese – zwei Kinder wurden geboren. Ihr Ehemann hat sich in der Familie aber nicht so eingebracht wie in das Unternehmen. Aufgrund des hohen unternehmerischen Engagements sahen die Kinder ihren Vater kaum. Auch im Urlaub drehte sich alles um das Unternehmen, Laptop und Smartphone waren immer dabei. Es gab keine persönliche Auszeit. Die Gesellschafterin war mit der Familienentwicklung allein. Erst viel später stellten die Eltern fest, dass die Situation auch die Kinder bereits in jungen Jahren sehr belastet hat.

Kloster Einkehrtage – Reflexion und ihre Folgen

Die Überlastung der Gesellschafterin führte schließlich zum Ende der Familie. Sie stellte fest, dass ihr eigenes und das Leben ihrer Kinder nur noch vom Unternehmen bestimmt wurde. Sie suchte „das Andere“ im Leben und fand es nach einer einwöchigen Klostereinkehr. Die Eheleute trennten sich. Die Auszahlung der Gesellschaftsanteile erfolgte in gutem Einvernehmen und unter Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit des Unternehmens.

Erst nach dieser Ehe-Trennung entdeckte der Vater seine Kinder. Er veränderte seinen Arbeitsrhythmus und löste sich, zugunsten der Kinder, zu einem Teil vom Unternehmen. Eine Familienzusammenführung bzw. ein Neuanfang war jedoch nicht mehr möglich.

Mutige Entscheidungen zur Zufriedenheit

Die ehemalige Gesellschafterin resümiert positiv, dass die Erfahrungen als Unternehmerin  wichtige Basis für ihre heutige zufriedene Lebenssituation sind:

  1. Als gleichwertige Gesellschafterin hat sie von Ihrem Ehemann Anerkennung erfahren. Sie war nicht das Anhängsel einer Ehe.
  2. Die Überlastung im Unternehmen hat ihr zum Bewusstsein der Vielfalt ihres ganzheitlichen Lebens verholfen.
  3. Sie hat erfahren, dass sie sich als Gesellschafterin mit ihrem Ehemann in einer fairen Weise trennen konnte.
  4. Sie trifft heute Entscheidungen, die mit dem Wirtschaftlichen und dem Sozialen im Einklang sind.
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https://www.initiative-entwicklung.de/rueckblick-zum-unternehmerinnen-talk-am-11-6-2021/feed/ 0
Blogserie: UNTERNEHMER*innen-TALK – Emotionaler Prozess – Rückblick 7.5.2021 https://www.initiative-entwicklung.de/blogserie-unternehmerinnen-talk-emotionaler-prozess/ https://www.initiative-entwicklung.de/blogserie-unternehmerinnen-talk-emotionaler-prozess/#respond Tue, 11 May 2021 13:13:00 +0000 https://www.initiative-entwicklung.de/?p=2738 Ein Diplomingenieur spürt den Prozess der Veränderung in sich wachsen und kauft während der Corona-Krise ein kleines technisch orientiertes Handelsunternehmen. Wie in jeder Nachfolgesituation geht es dabei um zentrale Punkte wie die Unternehmensbewertung und das Finden des „richtigen“ Kaufpreises.

Mit 58 Jahren ein Unternehmen zu kaufen ist schon etwas Besonderes. Mutig zudem, er kündigt dafür sein langfristig sicheres Arbeitsverhältnis. Sein Grund: Er will nicht mehr in Konzernstrukturen arbeiten, sondern sucht die direkten Verbindungen zu den Menschen.

Offene Kommunikation in emotionalen Prozessen elementar wichtig

Der abgebende Unternehmer lässt ihn in der Anbahnungsphase kurzzeitig undercover mitarbeiten. Er lernt so die Mitarbeitenden kennen und bekommt eine Idee über den Wahrheitsgehalt der genannten Zahlen und über das Potential, welches in der Firma steckt.

Rückblickend stellt er fest, dass diese 2 Tage zum Reinschnuppern für die Mitarbeiter sehr irritierend waren, weil die Nachfolgesituation nicht offen kommuniziert worden ist. „Das würde ich so nicht nochmal machen!“

Am wichtigsten war dem Unternehmer die Zustimmung und Unterstützung seiner Ehefrau. Erst damit war für ihn die Realisierung des gesamten Unternehmenskaufs möglich.

Wie sehen Finanzpartner diese Idee? Ein Mitarbeiter des Finanzierers erläutert im UNTERNEHMER*INNEN-TALK, warum der Kaufinteressent Unterstützung bekommen hat und welche Möglichkeiten es generell dazu gibt. Bemerkenswert ist, dass das Alter der Kaufinteressenten seit einiger Zeit deutlich steigt. Gründe der Älteren sind meist:

Sie wollen nicht mehr in anonymen Konzernstrukturen arbeiten,
Sie haben langjährige Erfahrungen ein Unternehmen zu leiten,
Sie haben Lebenserfahrung, mit der sie die Mitarbeiter begeistern,
Sie wägen sorgfältig ab, ob eine Unternehmensübernahme passend ist.
Junge Menschen sind oft nur dann bereit Unternehmensverantwortung zu übernehmen, wenn das Unternehmen „sexy“ ist. Somit spielen auch hier die sogenannten „Soft-Facts“ eine zentrale Rolle.

In unserem UNTERNEHMER*INNEN-TALK hören Sie von der Seite der Unternehmensnachfolge, die Sie nicht in Lehrbüchern finden, die aber zum Kern einer erfolgreichen Unternehmensentwicklung gehören.

Einladung zum nächsten UNTERNEHMERINNEN-TALK:

Freitag, 11. Juni 2021, 11-12 Uhr Sie beim nächsten digitalen UNTERNEHMER-TALK wieder begrüßen zu dürfen, wird uns sehr freuen. Wir sind gespannt, welcher Unternehmer*in uns dann wieder neue Erlebnisse zum Thema vorstellt. Im direkten Dialog können Sie Fragen stellen und erhalten Antworten aus der Praxis. Es bleibt spannend, wie alles in mittelständischen Familienunternehmen.

Sie sind herzlich eingeladen dabei zu sein. Senden Sie uns Ihre Anfrage per E-Mail https://www.initiative-entwicklung.de/unternehmerinnen-talk-anmeldung/ Sie erhalten den Link für das nächste kostenfreie Zoom-Treffen.

Der monatliche UNTERNEHMER-TALK ist initiiert von:

Thorsten Klinkner – Stiftungsspezialist –

Ludwig Eickelpasch – Unternehmerbegleiter in UnternehmensNachfolge, UnternehmensSicherung und UnternehmensEntwicklung.

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https://www.initiative-entwicklung.de/blogserie-unternehmerinnen-talk-emotionaler-prozess/feed/ 0
Blogserie: UNTERNEHMER*INNEN-TALK – Handwerkbetrieb / Rückblick 16.04.2021 https://www.initiative-entwicklung.de/blogserie-unternehmerinnen-talk-handwerkbetrieb-rueckblick-16-04-2021/ https://www.initiative-entwicklung.de/blogserie-unternehmerinnen-talk-handwerkbetrieb-rueckblick-16-04-2021/#respond Fri, 23 Apr 2021 15:14:00 +0000 https://www.initiative-entwicklung.de/?p=2617 // Mit 42 Jahren hat er den Handwerksbetrieb erworben, den er seit 11 Jahren erfolgreich führt. Meine Fragen dazu an den Unternehmer, der von seinen Erfahrungen aus dem Nachfolgeprozess im Unternehmer*innen-Talk berichtete:

  • Haben Sie das Unternehmen aus persönlichen Gründen gekauft?
  • Welche Veränderungen haben Sie vorgenommen damit Sie das Unternehmen auch heute noch erfolgreich führen können?
  • Wie haben die Mitarbeiter die Nachfolge aufgenommen?
  • Würden Sie heute noch einmal so entscheiden?

Mut zu Veränderungen

„Aus meinem unsicheren Angestelltenverhältnis suchte ich eine Alternative. Ein Freund hat mir damals sein Unternehmen zum Kauf angeboten. Ich kenne mich zwar mit Unternehmenszahlen aus, in der Branche war ich aber Quereinsteiger. Ich habe es trotzdem gewagt.“

Zusammen mit seinem Berater prüfte er das zu kaufende Unternehmen. Es stellte sich heraus, dass die Gesellschaft hohe Risiken enthielt, die ein Fortbestehen nach der Übernahme gefährden könnten. Dies bestätigte ihm auch seine Hausbank. Er entschied daher eine neue Gesellschaft zu gründen und den Namen und die Assets des alten Unternehmens zu kaufen. Da es ein kleines Unternehmen war dauerte der gesamte Übernahmeprozess kaum ein Jahr.

Die Differenzen zwischen ihm und dem abgebenden Unternehmer führten zum Bruch der Freundschaft. Eine Einarbeitung durch den Altunternehmer ist nicht erfolgt.

Veränderungen nach der Übernahme

Nach der Übernahme hat er Unternehmens- und Kostenstrukturen verändert. Ausgelagerte Bereiche wurden zurück geholt. Die interne Ablauforganisation wurde verändert. Es entstand eine größere Kundennähe.

Das hatte Folgen für die Zusammenarbeit im Unternehmen. Es wurden neue Mitarbeiter eingestellt. In den ersten drei Jahren nach der Übernahme sind alle übernommenen Mitarbeiter ausgeschieden.

Mit der Übernahme des alten Firmennamens, einer Überarbeitung des Logos und der gesamten Außendarstellung des Unternehmens hat er die Bekanntheit am Markt nicht nur erhalten, sondern auch weiter ausgebaut.

War die Entscheidung richtig?

In den 11 Jahren seit der Übernahme erlebt der Unternehmer starke Veränderungen in allen Ebenen der Branche. Dies wirkt auch in sein Unternehmen hinein. Aktuell belastet ihn insbesondere die zeitaufwändige und zum Teil sehr schwierige Suche nach Mitarbeitern. Die Wahrscheinlichkeit die Entscheidung von damals noch einmal so zu treffen, bezeichnet er mit 50 zu 50.

Rückblick

Es war wichtig das Unternehmen in einer neu gegründeten Gesellschaft fortzuführen.

Ohne die Zusammenarbeit mit seinem Berater wäre die Übernahme nicht gelungen. Auch in der Fortführung braucht er heute noch seine Unterstützung.

Aus Anfragen bei den Kammern (IHK und HWK) hat er keine nennenswerte Hilfe bekommen.

Vielen Dank an den vortragenden Unternehmer für seine Zeit und seine Offenheit in unserem UNTERNEHMER*INNEN-TALK. So wie seine Kollegen in den vorangegangenen Treffen hat auch er wieder interessante und neue Einblicke in die Praxis einer Unternehmens-Nachfolge gegeben.

Einladung zum nächsten UNTERNEHMER*INNEN-TALK: Freitag, 7. Mai 2021, diesmal früher von 10 bis 11 Uhr

Sie beim nächsten digitalen UNTERNEHMER*INNEN-TALK wieder begrüßen zu dürfen, wird uns sehr freuen. Wir sind gespannt, welche*r Unternehmer*in uns dann wieder neue Erlebnisse zum Thema vorstellt. Im direkten Dialog können Sie Fragen stellen und erhalten Antworten aus der Praxis. Es bleibt spannend, wie alles in mittelständischen Familienunternehmen.

Sie sind herzlich eingeladen dabei zu sein. Senden Sie uns Ihre Anfrage per E-Mail  https://www.initiative-entwicklung.de/kontakt/ Sie erhalten den Link für das nächste kostenfreie Zoom-Treffen.

Der monatliche UNTERNEHMER*INNEN-TALK ist initiiert von :

Thorsten Klinkner – Stiftungsspezialist –

Ludwig Eickelpasch – Unternehmerbegleiter in Unternehmens-Nachfolge, Unternehmens-Sicherung und Unternehmens-Entwicklung.

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